2026: Zukunftssichere Maschinen: MVO, AI Act und Cyber Resilience Act im Fokus der technischen Dokumentation

Zukunftssichere Maschinen: Warum CE-Konformität neu gedacht werden muss

Maschinenverordnung, AI Act und Cyber Resilience Act verändern die Produktentwicklung grundlegend

Mit der neuen EU-Maschinenverordnung (MVO), dem AI Act und dem Cyber Resilience Act (CRA) entstehen neue Anforderungen an Maschinenhersteller. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Maschinensicherheit. Software, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und digitale Dokumentation werden künftig fester Bestandteil der CE-Konformität.

Für viele Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden Wandel ihrer Entwicklungs- und Dokumentationsprozesse.

Vom CE-Projekt zum kontinuierlichen Compliance-Prozess

Bisher wurde die CE-Konformität häufig als einmaliger Schritt vor der Auslieferung einer Maschine verstanden:

  • Entwicklung
  • Risikobeurteilung
  • Technische Dokumentation
  • CE-Kennzeichnung
  • Auslieferung

Dieses Vorgehen reicht künftig nicht mehr aus.

Software-Updates, Sicherheitsupdates, vernetzte Systeme und KI-basierte Funktionen verändern Maschinen auch nach dem Inverkehrbringen. Compliance endet daher nicht mehr mit der Auslieferung, sondern begleitet den gesamten Produktlebenszyklus.

Drei Regelwerke – ein gemeinsames Ziel

Die drei europäischen Regelwerke ergänzen sich und bilden gemeinsam den regulatorischen Rahmen moderner Maschinen.

RegelwerkSchwerpunkt
Maschinenverordnung (MVO)Funktionale Sicherheit (Safety)
Cyber Resilience Act (CRA)Cybersecurity (Security)
AI ActSichere und vertrauenswürdige KI

 

Nur das Zusammenspiel aller drei Regelwerke gewährleistet sichere, vernetzte und zukunftsfähige Maschinen.

 

 

Die Technische Dokumentation wird zum Compliance-Nachweis

Die Anforderungen an die Technische Dokumentation steigen deutlich.

Neben klassischen Dokumenten wie

  • Betriebsanleitung
  • Montageanleitung
  • Risikobeurteilung
  • EU-Konformitätserklärung

werden künftig unter anderem auch Informationen zu

  • sicherheitsrelevanter Software,
  • Cybersecurity,
  • Sicherheitsupdates,
  • Schwachstellenmanagement und
  • digitalen Informationsangeboten

eine wesentlich größere Rolle spielen.

Die Technische Dokumentation entwickelt sich damit vom Informationsmedium zum zentralen Bestandteil des Compliance-Nachweises.

Digitale Betriebsanleitungen werden zum Standard

Die Maschinenverordnung erlaubt ausdrücklich die Bereitstellung digitaler Betriebsanleitungen.

Für Hersteller ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten, aber auch neue Verpflichtungen.

Digitale Dokumentationen müssen beispielsweise

  • langfristig verfügbar bleiben,
  • eindeutig einer Produktversion zugeordnet werden können,
  • herunterladbar oder druckbar sein und
  • über den gesamten Produktlebenszyklus nachvollziehbar verwaltet werden.

Cybersecurity gehört künftig zur Produktentwicklung

Mit dem Cyber Resilience Act wird Cybersecurity zur gesetzlichen Produktanforderung.

Hersteller müssen unter anderem

  • Security by Design umsetzen,
  • Sicherheitsupdates bereitstellen,
  • Schwachstellen dokumentieren,
  • Prozesse zum Vulnerability Management etablieren und
  • die Cybersicherheit ihrer Produkte nachweisen.

Cybersecurity wird damit nicht nur zu einer Aufgabe der IT, sondern betrifft Entwicklung, Qualitätsmanagement und Technische Dokumentation gleichermaßen.

Neue Anforderungen an die Zusammenarbeit

Die neuen Regelwerke lassen sich nicht mehr durch einzelne Abteilungen erfüllen.

Erfolgreiche Unternehmen verzahnen künftig

  • Konstruktion
  • Softwareentwicklung
  • IT-Sicherheit
  • CE-Management
  • Qualitätsmanagement
  • Technische Redaktion

bereits während der Produktentwicklung.

Nur so können regulatorische Anforderungen frühzeitig berücksichtigt und effizient umgesetzt werden.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Die neuen europäischen Vorgaben sind weit mehr als zusätzliche Bürokratie.

Sie bieten die Chance,

  • Dokumentationsprozesse zu modernisieren,
  • Informationen stärker zu strukturieren,
  • digitale Dokumentation einzuführen,
  • Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten und
  • regulatorische Risiken zu reduzieren.

Unternehmen, die sich frühzeitig vorbereiten, profitieren langfristig von einer höheren Informationsqualität und einer nachhaltigeren Produktentwicklung.

Wie EURODOK Sie unterstützt

EURODOK begleitet Maschinen- und Anlagenbauer bei der Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen.

Unsere Leistungen umfassen unter anderem:

  • Analyse bestehender Technischer Dokumentationen
  • Einführung und Optimierung von Redaktionssystemen (CCMS)
  • Migration bestehender Dokumentationen
  • Strukturierung und Modularisierung technischer Informationen
  • Automatisierung der Dokumentenerstellung
  • Varianten- und Metadatenkonzepte
  • Digitale Betriebsanleitungen
  • Beratung zu dokumentationsrelevanten Anforderungen der Maschinenverordnung

Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Technischen Dokumentation unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Informationsprozesse zukunftssicher aufzustellen.

Fazit

Die Maschinenverordnung, der AI Act und der Cyber Resilience Act verändern die Anforderungen an Hersteller nachhaltig. Technische Dokumentation wird künftig noch stärker zum Bestandteil der Produktentwicklung und der regulatorischen Compliance.

Unternehmen, die ihre Dokumentations- und Entwicklungsprozesse bereits heute anpassen, schaffen die Grundlage für sichere Produkte, effiziente Prozesse und langfristige Rechtssicherheit.